Kurs für Hygienebeauftragte Ärztinnen und Ärzte (entspricht Modul I des Fortbildungscurriculums „Krankenhaushygiene“) [B2]

Inhalte
Der „Hygienebeauftragte Arzt im Krankenhaus“ ist formal eingefasst durch die KRINKO-Empfehlung und die Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene.
Für die Ärztinnen und Ärzte, die in den Kommunalen Gesundheitsdiensten tätig sind, gibt es bisher keinen vergleichbaren Standard. Das Krankenhaushygienegesetz sieht vor, dass in medizinischen Einrichtungen die Empfehlungen sowohl der KRINKO als auch der Kommission „Antiinfektiva, Resistenz und Therapie“ (ART) einzuhalten und umzusetzen sind.
Gemäß § 36 IfSG erfolgt die Begehung der Krankenhäuser und ambulant operierenden Arztpraxen dabei durch das Gesundheitsamt.
Dieser Kursus möchte in kompakter Form die erforderlichen Fachkenntnisse für die  Hygienebetreuung und -überwachung stationärer und ambulanter Einrichtungen und die Aufgabenfelder dieses umfangreichen Arbeitsgebietes praxisorientiert darstellen. Die Akkreditierung des Kurses bei der Ärztekammer Nordrhein als Teil der Weiterbildung der curricularen Fortbildung
„Krankenhaushygiene“ wird beantragt.
Kenntnisse der Rechtsgrundlagen, relevante Risikobereiche und evidenz-basierte Präventionsmaßnahmen im Krankenhaus sollen vertieft werden. Die Darstellung praktischer Beispiele
anhand typischer Fragestellungen aus dem Stationsalltag soll die spätere Umsetzung erleichtern. Die Inhalte des vermittelten Fachwissens orientieren sich dabei am Curriculum der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene zur Definition des Arbeitsfeldes „Hygienebeauftragter Arzt“(DGKH). Einer der Schwerpunkte des Kurses besteht in der Überwachung der Dokumentation und Bewertung nosokomialer Infektionen gemäß § 23 IfSG.

Die Inhalte sind u.a.:

  • Gesetzliche Normen und Regelungen auf dem Gebiet der Krankenhaushygiene
  • Ablauf einer Krankenhausbegehung – Zusammenarbeit, Standards und Checklisten
  • Mikrobiologische Grundlagen und Nachweismethoden von Krankenhausinfektionen
  • Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen
  • Nosokomiale Infektionen: Definition, Epidemiologie, Surveillance, Bewertung
  • Evidenz-basierte Empfehlungen zur Prävention ausgewählter Erreger
  • Hygienemanagement MRSA und MRE
  • Ausbruchsmanagement und Risikomanagement
  • Hygieneplan und Desinfektion
  • Spezielle Risikobereiche im Krankenhaus anhand von Fallbeispielen
  • Grundlagen Instrumentenaufbereitung
  • Haustechnik (Wäsche, Versorgung und Entsorgung, Bettenaufbereitung)
  • Grundlagen Raumlufttechnische Anlagen (RLT)
  • Anforderungen an Bau und Ausstattung infektionsrelevanter Krankenhausbereiche
  • Mindestanforderungen an die Hygiene in ambulant operierenden Arztpraxen


Besonderer Hinweis
Die Bundesärztekammer hat in Abstimmung mit den zuständigen Fachgesellschaften und der KRINKO ein Fortbildungscurriculum „Krankenhaushygiene“ (Strukturierte curriculare Fortbildung) verabschiedet, das aus sechs Modulen mit insgesamt 200 Stunden theoretischer Fortbildung besteht.
Dieser Kurs für Hygienebeauftragte Ärztinnen und Ärzte bildet dabei gleichzeitig das Modul I des Fortbildungscurriculums „Krankenhaushygiene“. Der Nachweis ist dabei Voraussetzung für die Teilnahme an den aufbauenden Modulen II bis VI, die von den Akademien für ärztliche Fortbildung der einzelnen Ärztekammern angeboten werden. Zur näheren Information siehe deren jeweilige Internetseiten.
Mit der Teilnahme am angebotenen Kurs für Hygienebeauftragte Ärztinnen und Ärzte im Umfang von 40 Stunden erwirbt der Arzt / die Ärztin die Qualifikation für die Funktion als „Hygienebeauftragter Arzt“/„Hygienebeauftragte Ärztin“.

Zielgruppe
Ärztinnen und Ärzte aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, sowie in Krankenhaus und Praxis tätige Ärztinnen und Ärzte

Termin
10. bis 14. September 2018

Veranstaltungsort
Düsseldorf

Veranstaltungsleitung
PD Dr. med. Björn Zietz, MPH
Dr. med. Inka Daniels-Haardt (LZG.NRW, Münster)

Teilnahmeentgelt

Für Teilnehmende, die nicht im Öffentlichen Gesundheitsdienst der Trägerländer der Akademie arbeiten: 577 Euro

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) durchgeführt