Leitbild ÖGD

Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) stellt in ihrem Grundsatzbeschluss 2016 fest, dass die Bezeichnung des ÖGD als dritte Säule im Gesundheitswesen, neben der ambulanten und der stationären Versorgung, die aktuellen Herausforderungen für den Dienst an der Öffentlichen Gesundheit nicht umfassend genug abbildet. Um die Arbeit des ÖGD auch zukünftig effektiv und effizient zu gestalten hat daher die GMK die Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG) beauftragt den weiteren Erfahrungsaustausch der Länder und der kommunalen Träger des ÖGD über Beispiele guter Praxis stetig zu befördern.

Unter dem GMK Vorsitzland Mecklenburg-Vorpommern wurde dazu eine „Länderoffene Arbeitsgruppe ÖGD“ von der GMK beauftragt, einen von den Ländern vorbereiteten Leitbildentwurf redaktionell zu bearbeiten und einen konkreten Konsultations- und Transferprozess mit den ÖGD und den Verbänden zu organisieren.

Top 4.1 der Ergebnisniederschrift der 89. GMK (2016)

hier heißt es unter anderem:

„ […] Die GMK begrüßt deshalb ein modernes Leitbild auf der Grundlage des vorgelegten Diskussionspapieres, das neue Perspektiven für den ÖGD aufzeigt. Die GMK regt an, dass alle Träger des ÖGD und die für den ÖGD engagierten Verbände und Institutionen hierzu in die weitere Diskussion eintreten […] “.

den gesamten Beschluss finden sie hier

"Leitbild ÖGD" Entwurf zur Diskussion (Stand 20.2.2017)



Einladung zu unserem ÖGD-Leitbild beizutragen

Um die Arbeit des ÖGD auch zukünftig effektiv und effizient zu gestalten, hat  die GMK die Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG) beauftragt, den weiteren Erfahrungsaustausch der Länder und der kommunalen Träger des ÖGD stetig zu fördern.

Diesen Gedanken greift die Akademie auf.

Wir möchten Sie einladen, sich über die zentralen Inhalte des GMK-Leitbildentwurfs auszutauschen, eventuell nötige Ergänzungen anzumerken und dazu beizutragen, unser gemeinsames Leitbild für den ÖGD zu entwickeln.

Gerne veröffentlichen wir Ihre Gedanken und Ideen dazu auf dieser Webseite. Schreiben Sie uns Ihre Meinung an: forum@akademie-oegw.de



Anmerkungen, Kommentare und Ergänzungen:


Dr. Brigitte Joggerst, MPH - Vorsitzende, Ärzteverband öffentlicher Gesundheitsdienst Baden-Württemberg e.V.

  • Der Begriff dritte Säule unter Punkt 1 wirkt floskelhaft; ihn immer wieder zu wiederholen macht ihn nicht wirksamer. Formulierungsvorschlag: "Er gehört neben der ambulanten und stationären Versorgung als Querschnittsaufgabe zur Basis des Gesundheitswesens."
  • Die Bedeutung des Wortes zivilgesellschaftlich unter Punkt 2 erschließt sich nicht; wäre "gesellschaftlich" nicht ausreichend und klarer?
  • Der Begriff erfolgsorientiert (Seite 2) wird für schädlich gehalten und er widerspricht dem Prinzip der Gemeinwohlorientierung. Es wird für eine ersatzlose Streichung an dieser Stelle plädiert. Das erinnert sehr an neoliberale Konzepte des Staates, die im Zusammenhang mit subsidiären Aufgaben des ÖGD für benachteiligte Gruppen im Sinne der gesundheitlichen Chancengleichheit für kontraproduktiv gehalten werden.
  • Mit dem Begriff Prioritätensetzung auf Seite 2 kann das Wort Priorisierung assoziiert werden. Es ist uns unbekannt, welchen Bedeutungsinhalt die Autoren diesem Begriff wirklich zuschreiben. Wir halten die Prioritätensetzung für eine politische Aufgabe und nicht die Aufgabe des ÖGD und sind für eine ersatzlose Streichung. Die Aufgabe, die dem ÖGD in diesem Zusammenhang zukommt, ist die Politikberatung, die ja explizit aufgeführt ist.
  • Auf Seite 3 sollte unter Punkt 4 der 3. Aufzählungspunkt umgestellt werden, um die Bedeutung der einzelnen Komponenten darzustellen, und dann formuliert werden: sowohl bevölkerungs- bzw. sozialraum- als auch einzelfallbezogen.
  • Unter Punkt 3 sollte unter dem ersten Aufzählungspunkt auch "Hinwirken auf einen ausreichenden Impfschutz der Bevölkerung und Schließen von Impflücken" aufgenommen werden.
  • Unter dem zweiten Aufzählungspunkt unter Punkt 3 sollte die "Durchführung der Einschulungsuntersuchung als letzte bundesweite Untersuchung eines kompletten Bevölkerungsjahrgangs" aufgenommen werden.

 

 


Dr. Horst-Dietrich Elvers - Leitung Planungs- und Koordinierungsstelle Gesundheit, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin

Ich finde den Leitbildentwurf sehr gelungen, da er die wichtigen Standbeine des ÖGD würdigt: den Gesundheitsschutz, die individuellen Leistungen zur Gesundheitsförderung und die bevölkerungs- und settingbezogenen Ansätze der Planung und Koordination. Wünschenswert wäre, das aus dem Leitlinienentwurf heraus auch eine Diskussion zur Qualifizierung einer an den Grundsätzen von Public Health orientierten, kommunalen Gesundheitsplanung angestoßen wird, die über "Krankenversorgung" hinausgeht.

 

 


Prof. Dr. Beate Blättner - Studiendekanin, Studiengangsleitung Gesundheitsförderung, Hochschule Fulda

ich finde das Leitbild im Kern wirklich gelungen. Aus meiner Sicht könnten aber die Tätigkeitsbereiche noch besser herausgearbeitet werden:

  • die Gesundheitsberichterstattung als Basis für politische Entscheidungen insbesondere auf kommunaler Ebene
  • der Gesundheitsschutz als notwendiger komplementäre Ansatz zur Gesundheitsförderung (der sich u.a. dadurch auszeichnet, dass hier gerade nicht partizipativ gearbeitet werden kann)
  • die Rolle als koordinierender Akteuer bei Prävention und Gesundheitsförderung auf kommunaler Ebene könnte deutlicher formuliert werden
  • Versorgungsstrukturen für besondere Personengruppen und Situationen (Beispiel Opferambulanzen)

 

 


Dr. Anna Fischer - Sachgebietsleitung Infektionsschutz, Stellvertretende Amtsleitung Gesundheitsamt, Landratsamt Bodenseekreis

inhaltlich finde ich den Entwurf sehr gut.

Schön ist, dass die originäre Kernaufgabe der Gesundheitsämter, nämlich der Gesundheitsschutz, an erster Stelle genannt wird.

Ferner ist es gut, dass das ärztliche multi-professionelle Team so gut dargestellt wird; im Gesetz (neues ÖGD-Gesetz  Baden Württemberg) könnte man manchmal auf Idee kommen, dass ein Jurist oder eine andere nicht-ärztliche Profession Gesundheitsämter leiten soll/kann.

 

 


Dr. Martha Höfler - Stv. Geschäftsführerin, Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V.

im Anhang finden Sie das Leitbild zum ÖGD, was uns sehr gut gefällt, mit nur wenigen Kommentaren.

 

Seite 2: "Dabei bezieht sich der ÖGD konzeptionell auf Gesundheit als einen umfassenden körperlichen, psychischen und sozialen Zustand des Wohlbefindens. Er berücksichtigt dabei die wichtige Rolle einer gesundheitsförderlichen sozialen und ökologischen Lebenswelt."

(Kommentar: Die Anlehnung an einen anderen Gesundheitsbegriff, als an den der WHO, ist m.E. günstiger, aufgrund der gängigen Kritik (v.a. Gesundheit als Zustand, Wohlbefinden als Outcome-Kategorie). Treffender wäre z.B. die Anlehnung an den Begriff von Antonovsky/Salutogenese (Gesundheit als Prozess, psychische, physische und soziale Schutz- und Risikofaktoren).

 

Seite 3: "Die Arbeitsweise umfasst dabei analysierende, planende, beratende, vernetzende, moderierende, koordinierende, überwachende, kontrollierende und eingreifende Funktionen. Je nach Aufgabe sind dazu Kenntnisse aus unterschiedlichen medizinischen Fachgebieten, wie der Infektiologie, der Hygiene, der Kinder- und Jugendmedizin, der Toxikologie, der Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Zahnmedizin und Psychiatrie sowie auch der Epidemiologie, der sozialen Arbeit, der Psychologie und anderen Wissenschaftsbereichen essentiell."

(Kommentar: Ggf. an dieser oder aber an anderer Stelle Prävention und Gesundheitsförderung als Handlungsbereich und/oder Bezugsdisziplin darstellen.)

 

Seite 4: "Zunehmende Bedeutung gewinnt darüber hinaus das systematische Zusammenspiel örtlicher Behörden des Öffentlichen Gesundheitsdienstes mit überregionalen Stellen (z.B. Landes- und Bundesbehörden), um Kompetenzen besser zu nutzen und Konzepte zu entwickeln und somit den ÖGD in seinen vielfältigen Aufgaben zu stärken."

(Kommentar: Besser im regulären Stil eines Leitbild formulieren, d.h. als Zustand, nicht als Prozess (hier: "Bedeutung hat darüber hinaus das Zusammenspiel örtlicher Behörden..")

 

Seite 4: "6. Den ÖGD stärken"

(Kommentar: Dieser inhaltlich zwar bedeutsame Punkt wirkt ungewöhnlich in einem Leitbild. Ein Leitbild enthält üblicherweise kein "Soll" in Bezug auf den Gegenstand des Leitbildes."

 

 


Dr. Mario Bauer - Stellvertretende Amtsleitung, Gesundheitsamt Altona der Freien und Hansestadt Hamburg

In dem Leitbild aktuell heißt es unter 3 Kernaufgaben des ÖGD:

 

"Schwerpunkte sind:

• Gesundheitsschutz (Hygiene, Infektionsschutz, umweltbezogener Gesundheitsschutz, Medizinalaufsicht, Gesundheitsuntersuchung von Asylbewerbern etc.),

• Beratung und Information, Gesundheitsförderung und Prävention, niedrigschwellige Angebote und aufsuchende Gesundheitshilfen insbesondere bei Bevölkerungsgruppen mit besonderen Bedarfen (Kinder- und Jugendmedizin, Schwangerenberatung, Sozialpsychiatrie, Suchtberatung, Zahnmedizin etc.),

• Koordination, Kommunikation, Prioritätensetzung, Politikberatung, Qualitätssicherung (Gesundheitsberichterstattung, Gesundheitsplanung, Gesundheitskonferenzen, Öffentlichkeitsarbeit, Begutachtungswesen etc.)."

Meine Anmerkungen:

Es fehlt in dieser Auflistung der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst. Hier sind insbesondere die Schuleingangsuntersuchungen, in einigen Ländern das Angebot der Mütterberatung mit Einbeziehung in den Kontext Frühe Hilfen zu sehen.

Zusätzlich besteht sowohl mit dem amtsärztlichen Dienst und KJGD eine Aufgabe in der Begutachtung, Beratung und Planung in der Eingliederungshilfe ein Schwerpunkt, der nicht unerwähnt bleiben sollte, dieses auch unter dem Gesichtspunkt des Bundesteilhabegesetzes und der Notwendigkeit von Gesamt- bzw. neu von Teilhabeplänen.

 


Prof. Dr. Gudrun Faller, Kommunikations- und Interventionsprozesse im Gesundheitswesen, Hochschule für Gesundheit

vielen Dank für die Zusendung des ÖGD-Leitbildes und die Möglichkeit, an der Formulierung mitzuwirken.

Zu dem weitsichtig und sehr gelungenen Entwurf meinen herzlichen Glückwunsch!

Eventuell wäre es sinnvoll, in der Einleitung noch konkreter auf aktuell anstehende, gesellschaftliche Herausforderungen einzugehen wie die demografische Entwicklung und die Digitalisierung.

Meine darüber hinausgehenden Anmerkungen übersende ich Ihnen anbei.

 

Seite 2: "Dabei bezieht sich der ÖGD konzeptionell auf Gesundheit als einen umfassenden körperlichen, psychischen und sozialen Zustand des Wohlbefindens. Er berücksichtigt dabei die wichtige Rolle einer gesundheitsförderlichen sozialen und ökologischen Lebenswelt."

(Kommentar: Diese Gesundheitsdefinition aus der WHO Verfassung wurde aus mehreren Gründen kritisiert, andererseits weist sie wegen ihrer breiten und das subjektive Befinden einbeziehenden Auffassung Stärken auf. Ich würde aber herausstellen, dass es sich dabei um eine Utopie handelt, an deren Verwirklichung der ÖGD arbeitet. )

 

Seite 2: "Beratung und Information, Gesundheitsförderung und Prävention, niedrigschwellige Angebote und aufsuchende Gesundheitshilfen insbesondere bei Bevölkerungsgruppen mit besonderen Bedarfen (Kinder- und Jugendmedizin, Schwangerenberatung, Sozialpsychiatrie, Suchtberatung, Zahnmedizin etc.)."

(Kommentar: Die Gesundheitsförderung hebt sich aus dieser Reihung hervor, weil sie weit über ein Versorgungsverständnis hinausgeht, und die aktive Beteiligung und Befähigung - insbesondere benachteiligter Bevölkerungsgruppen - intendiert. Insofern würde es evtl. Sinn machen, dies in einem eigenen Spiegelstrich hervorzuheben.)

 

Seite 3: "Der ÖGD und seine in multiprofessionellen Teams tätigen Beschäftigten leisten einen wichtigen Beitrag, das Prinzip von "health in all policies" in die Gremien der jeweiligen Handlungsebenen hineinzutragen."

(Kommentar: Vorschlag, den Begriff der Multiprofessionalität um den Begriff der Interprofessionalität zu ergänzen. Es geht m.E. nicht nur um die Zusammensetzung der Teams, sondern auch um deren konstruktives, interprofessionelles Zusammenwirken. )

 

Seite 3: "sowohl einzelfall- als auch bevölkerungs- bzw. sozialraumbezogen."

(Kommentar: ich würde das "bzw". durch ein "und" ersetzen, weil die Bevölkerungsebene nochmals eine andere ist als der Sozialraum.)

 

Seite 3: "Die Arbeitsweise umfasst dabei analysierende, planende, beratende, vernetzende, moderierende, koordinierende, überwachende, kontrollierende und eingreifende Funktionen."

(Kommentar: Ergänzung durch "aktivierende" und "befähigende")

 

Seite 3: "Je nach Aufgabe sind dazu Kenntnisse aus unterschiedlichen medizinischen Fachgebieten, wie der Infektiologie, der Hygiene, der Kinder- und Jugendmedizin, der Toxikologie, der Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Zahnmedizin und Psychiatrie sowie auch der Epidemiologie, der sozialen Arbeit, der Psychologie und anderen Wissenschaftsbereichen essentiell."

(Kommentar: aus Public Health und )

 

Seite 4: "Wissenschaftlichkeit ist eine unverzichtbare Grundlage des ÖGD. Er benötigt eine enge Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen, auch im Bereich Forschung und Lehre."

(Kommentar: eher "mit den Bereichen Forschung und Lehre"?)

 

 


Dr. Heinz-Ulrich Koch - Ltd. Med. Dir. und Amtsarzt, Gesundheitswesen der Kreisverwaltung Südwestpfalz

auch auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen: in vielen Bereichen (auch außerhalb des Gesundheitswesens) wird immer öfter über neue Definitionen und Leitbilder geredet, alles wird noch "komplizierter" und bindet immer mehr Arbeitskraft und -zeit.

Ich brauche (primär) keine neues Leitbild für "meinen" ÖGD, ich brauche einen infrastrukturell (also materiell wie personell) im Verhältnis zu den (übertragenen) Aufgaben adäquat aufgestellten ÖGD. Im Moment sieht es doch so aus: immer größere Aufgabentiefe in der (bekannten, "alten") Sachbearbeitung oder ganz neue Aufgabenfelder kommen dazu, auch nach dem Leitbildentwurf unseres Bundesverbandes (mit aufsuchenden Aufgaben, Qualitätssicherung usw.)! Es ist ja alles grundsätzlich gut und richtig; nur die meisten Gesundheitsämter und anderen Einrichtungen des ÖGD haben ja nicht mal mehr genügend (qualifiziertes) Personal für die "Grundaufgaben" (was immer als solche im Einzelfall auch definiert sein mag), geschweige denn sich über neue Leitbilder den Kopf zu zerbrechen.

Was ist so schlecht (geworden) am ("alten") Leitbild der "dritten Säule des Gesundheitswesens"?

Wird uns ein "neues", davon abweichendes Leitbild mehr (gerade auch finanzielle) Mittel z.B. für "neue" Mitarbeiter bescheren?

Die aktuelle Vergütungssituation lässt mich daran doch stark zweifeln.

 

 


Dipl.-Med. Heidrun Böhm - Referatsleiterin Öffentlicher Gesundheitsdienst und Infektionsschutz, Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz

nach engagierten Diskussionen mit den verschiedensten Mitarbeitern des ÖGD bitten wir, das Merkmal "ÖGD ist dritte Säule des deutschen Gesundheitswesens" in das Leitbild wieder aufzunehmen. Gerade diese Bezeichnung charakterisiert die Stellung des ÖGD neben dem ambulanten und stationären Sektor. Diese Stellung war auch von niemandem in den Vordiskussionen in Frage gestellt worden. Da diese Beschreibung aber nicht ausreicht, die Stellung des ÖGD zu beschreiben, sollte das Leitbild erarbeitet werden.

 

Nach unserer Ansicht schmälert das Weglassen des 3. Säule-Begriffes die Standortbestimmung des ÖGD.

 

 


Dr. M. Katharina Hüpper - Leitung Gesundheitsamt, Landkreis Hildesheim

herzlichen Dank für Ihr so großes Engagement!

Hier ist unsere Rückmeldung zum Entwurf des Leitbilds ÖGD mit Änderungsvorschlägen eingefügte in den Entwurfs. (link)

 

 


Dipl.-Med. Petra Albrecht, Amtsärztin Gesundheitsamt, Landratsamt Meißen

Am 07.08.2017 haben wir im Ausschuss ÖGD, Hygiene und Umweltmedizin der Sächsischen Landesärztekammer über das Leitbild des ÖGD diskutiert. Dabei entstand folgender Vorschlag:

Ein Leitbild sollte kurz und prägnant sein und aus Schlagsätzen bestehen.

Ein Leitbild sollte auch immer eine Zielsetzung, eine Vision, einen Idealzustand postulieren, deren Erreichung mit verschiedenen Wegen, Möglichkeiten, Teilzielen ins Auge gefasst wird.

Die derzeit vorliegende Ausarbeitung sehen wir eher als Erläuterung zum Leitbild, dem die kurzen und einprägenden Leitsätze vorangestellt werden sollten, z.B. wie folgt:

1. Der ÖGD setzt sich zum Ziel, die Gesundheit der Bevölkerung umfassend zu schützen.

2. Der ÖGD nimmt Einfluss auf gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen zur Krankheitsverhütung und zur Vermeidung eines schlechten Gesundheitszustandes in allen Altersgruppen der Gesellschaft.

3. Der ÖGD trägt zur Beseitigung sozial, geschlechtlich, religiös und ethnologisch bedingter Ungleichverteilung von Gesundheitsrisiken bei.

4. Der ÖGD fördert die Gesunderhaltung in allen Gesellschaftsschichten und das individuelle Gesundheitsverhalten (durch Risikovermeidung).

5. Der ÖGD nimmt aktiv Einfluss auf die Verbesserung der Lebens- und Umweltbedingungen der Menschen.