Blickpunkt

Sabine Becker

Darum gehe ich in den ÖGD – Blickpunkt 3/2017

Sabine Becker, 50 Jahre

Interessen
Familie, Freunde, Neugier auf andere Menschen, ihre Biographien und Beweggründe zu Handeln, Lesen, Schwimmen, Chor

Ich bin im ÖGD seit
2015

Hier arbeite ich
Kreisverwaltung Trier-Saarburg, Abteilung Gesundheitsamt

Vorher war ich tätig als
Oberärztin in der Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin

Ich bin zum ÖGD gewechselt,

weil trotz Freude beim Umgang mit Patienten das Setting im Klinikalltag nicht mehr die Nachteile ausgeglichen hat.

Ich habe Zweifel gehabt,

ob ich im vielfältigen ÖGD so eine Sicherheit wie in meinem alten Fachgebiet erreiche. Hilfreich sind unkomplizierter, fachlicher Austausch im Kollegium, punktgenaue Weiterbildung und die unproblematische, institutionsübergreifende Informationsweitergabe.

Meine Familie und Freunde meinten,
„Ob Dir das Spaß machen wird?“ Ja, denn auch hier hat man jeden Tag engen Kontakt mit Menschen unterschiedlicher Couleur. „Du redest dir das doch nur schön!“ Nein, vielleicht spricht hier auch ein bisschen Ungläubigkeit auf Grund meiner begeisterten Schilderungen.

Ungewohnt war/ist,

das weitgehende Verlassen der Individualmedizin, der völlig differente Blickwinkel auf das Gesundheitswesen, Behördenstrukturen verstehen, eine verlässliche, regelmäßige Arbeitszeit.

Ich weiß zu schätzen,

dass ich in einem wertschätzenden Umfeld arbeite, Fort- und Weiterbildung intensiv unterstützt werden, nur noch selten echter Zeitdruck auftritt, der ÖGD eine herausragende Bedeutung in vielen Belangen des Alltags hat und Weichen in etlichen Lebenswelten stellt. Nicht zu schätzen ist die nicht angemessene Bezahlung im ÖGD.

Rückblickend denke ich,

dass ich froh bin, im ÖGD gelandet und angekommen zu sein. Hier bietet sich eine abwechslungsreiche ärztliche Tätigkeit mit einer bunten Palette an Themenfeldern und Möglichkeiten, die in der Öffentlichkeit und v. a. im Rest des Gesundheitswesens noch mehr ins Bewusstsein gerufen werden müsste.