Steroidhormone im Wasser – Neue Methode kann helfen

Wasser ist ein knappes Gut. Leider ist das Abwasser häufig von hormonähnliche Mikrosubstanzen durch Arzneimittel kontaminiert.

Eine Forschergruppe aus dem Karlsruher Institut für Technologie hat eine neue Methode für die Abwasserreinigung entwickelt. Sie beschichten dabei eine Membran mit größeren Poren im Mikrometerbereich mit Titandioxid. Die im Wasser gelösten Steroidhormone werden von der beschichteten Filtermembran festgehalten und durch Bestrahlung mit Licht zersetzt.

Der neue Ansatz zur Wasseraufbereitung stammt von der Solarzellentechnologie. Die Moleküle des Titanoxids können Protonen und damit Energie aufnehmen, mit der sie dann weitere Reaktionen aktivieren. Das Titanoxid wirkt somit als wichtiger Katalysator.  

Das Titandioxid wird in der Industrie als Lebensmittelfarbstoff und Pigmentstoff verwendet und gilt als unbedenklich. In ersten Praxistests war die Reinigung bereits erfolgreich.

Da Steroidhormonen oder Corticosteroide der Medikamente ins Abwasser gelangen können und nach Filterprozessen wieder als Quelle für Trinkwasser verwendet werden, ist die Studie besonders relevant. Denn Mikroverunreinigungen können die Gesundheit der Menschen und Tiere beeinflussen.

Ziel der Forscher:innen ist es, die Technologie weiterzuentwickeln, sodass der Bedarf an Zeit und Energie verringert und z. B. natürliches Sonnenlicht statt Sonnen-Simulatoren verwendet werden kann. Außerdem ist das Ziel der Forscher:innen weitere Substanzen, wie Pestizide und Glyphosat abzubauen und die Technologie für große Bereiche umzusetzen.


Mehr Infos

Quelle:
Karlsruher Institut für Technologie; Fachartikel: Nature Nanotechnology, www.nature.com/articles/s41565-022-01074-8