Direktorin Ute Teichert und Frank Naundorf moderieren die Feier

Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen feierte ihren 50. Geburtstag

50 Jahre Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen (AÖGW) – ein Grund zum Feiern.

 

Unter den prominenten Gratulant:innen waren Kanzlerin Merkel, Bundesgesundheitsminister Spahn und NRW-Gesundheitsminister Laumann. Nach erfolgreichen 50 Jahren richtet die Akademie ihren Blick in die Zukunft. Wie können die Herausforderungen der Pandemie im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) auch in Zukunft gemeistert werden? Welche Rolle wird die Digitalisierung im öffentlichen Gesundheitsdienst spielen?

Die AÖGW ist die einzige länderübergreifende Einrichtung zur Aus-, Fort- und Weiterbildung der Beschäftigten im Öffentlichen Gesundheitsdienst. Ihren 50. Geburtstag feierte die Akademie am 09. September coronabedingt virtuell. Viele prominente Gratulant:innen waren live dabei oder per Videobotschaft präsent.

Kanzlerin Dr. Angela Merkel würdigte die Akademie als „unverzichtbare Stütze für den Öffentlichen Gesundheitsdienst.“ (…) „Ich wünsche Ihnen mindestens für die nächsten 50 Jahre weiterhin viel Erfolg.“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigte sich beeindruckt: „Der ÖGD hat Enormes in der Bewältigung der Pandemie geleistet und tut es noch.“ NRW-Gesundheitsminister Laumann erwartet in Zukunft eine große Nachfrage nach beruflicher Qualifizierung im Gesundheitsbereich – also dem Kerngeschäft der AÖGW.

Die Direktorin der Akademie, Dr. Ute Teichert, nahm die herzlichen Glückwünsche gerne entgegen und gab einen kurzweiligen Rückblick über das bewegte vergangen halbe Jahrhundert Geschichte der AÖGW. Wie die kommenden 50 Jahre aussehen werden, entscheidet sich jetzt. „In ihrem Jubiläumsjahr steht die Akademie vor der größten Herausforderung seit ihrer Gründung 1971. Für mich ist klar, diese Herausforderung wird die Akademie meistern mit ihrem Erfahrungsschatz, ihrem großem Netzwerk und leidenschaftlichem Einsatz.“, so Teichert.


Die Akademie und die Pandemie
In den letzten eineinhalb Jahren der COVID-19-Pandemie hat die Akademie sehr schnell reagiert und ihre Angebote erfolgreich auf digitale Formate wie E-Learning oder Podcasts umgestellt. Die Aufgaben der Akademie wachsen ständig. Immer mehr Menschen nutzen ihre Angebote. Mit über 5.000 Teilnehmenden in vorwiegend virtuellen Aus-, Fort- und Weiterbildungen bis September nähert sich die Akademie in diesem Jahr einem neuen Rekord. Und darin sind viele der genannten digitalen Angebote gar nicht eingerechnet.

Daher werden neue Kapazitäten aufgebaut, um die Zukunft optimal gestalten zu können. Das Akademie-Team wächst und wird bald in erweiterte und nicht nur technisch modernisierte Räumlichkeiten ziehen. Nach außen sichtbar präsentiert sich die Akademie mit einem neuen, frischeren Logo  und ist inzwischen auch auf Social Media wie Twitter, Facebook oder YouTube: is.gd/YouTubeAkademie aktiv.


Pakt für die Zukunft des ÖGD
Zukunftsweisende Projekte sind besonders der von Bund und Ländern beschlossene Pakt für den ÖGD und die Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitswesens. Ziel des Paktes ist die Stärkung des ÖGD. „Zur Umsetzung stellt der Bund von 2021 bis 2026 insgesamt vier Milliarden Euro zur Verfügung. Davon 3,1 Milliarden Euro vornehmlich für den Personalaufbau. Bis Ende 2022 sollen 5.000 neue Stellen im ÖGD geschaffen werden.“, so Jens Spahn. „Der Pakt für den ÖGD wird eine große Herausforderung sein, aber auch zugleich eine Chance für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“, so Dr. Ute Teichert. Der Pakt stellt einen wichtigen Meilenstein für den ÖGD dar. Hier waren sich während der Diskussion zum Thema alle Expert:innen einig. Viele Projekte können endlich umgesetzt werden. Die Qualifizierung neuer Fachkräfte für den ÖGD ist ein zentraler Wunsch. Nur so kann der ÖGD die zukünftigen Herausforderungen nachhaltig meistern.

Die Statements der Diskussionspartner:innen zum Pakt sind in einem separaten Video auf dem YouTube-Kanal der Akademie für Sie unter dem Link: aoegw.de/diskussion1 bereitgestellt.


Digitalisierung des ÖGD
Die zweite Diskussion drehte sich um die Digitalisierung im ÖGD. Hier hat die Pandemie gezeigt, welches Potenzial die Digitalisierung für die Effizienz vieler Abläufe im ÖGD hat und wie sie den ÖGD nachhaltig stärken kann. Zentrale Aspekte sind hier die Interoperabilität von IT-Systemen im Öffentlichen Gesundheitswesen, die Telematikinfrastruktur und die Rolle von digitalen Tools in der Pandemie sowie das Thema Datenschutz. Wie ist der Stand der technischen Ausstattung in den Gesundheitsämtern und welche Maßnahmen sind hier konkret nötig, um die Gesundheitsämter technisch zukunftsfähig zu machen?

Die wichtigsten Punkte der Diskussion rund um den Digitalpakt haben wir im Videoausschnitt auf dem YouTube-Kanal der Akademie für Sie unter: aoegw.de/diskussion2 bereitgestellt.
Wenn Sie die gesamte Feier noch einmal miterleben wollen, finden Sie sie den vollständigen Stream auf YouTube unter:Link:is.gd/YouTubeAkademie.


An den Diskussionen über den Pakt und die Digitalisierung des ÖGD nahmen teil:

  • Heiko Rottmann-Großner: Unterabteilungsleiter in der Abteilung Gesundheitssicherheit,     Gesundheitsschutz, Nachhaltigkeit im Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

  • Ines Feierabend: Staatssekretärin des Thüringer Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

  • Dr. Johannes Nießen: Leiter des Kölner Gesundheitsamtes

  • Dr. Maike Benson: Vorsitzende des Fördervereins der Freunde und Absolventen der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen

  • Laura Arnold: Vertreterin des Nachwuchsnetzwerks Öffentliche Gesundheit

  • Dr. med. Markus Leyck Dieken: Geschäftsführer der gematik mbH

  • Sabine Becker: Ärztin aus dem Gesundheitsamt Trier-Saarburg

  • Prof. Dr. Meyer Hermann: Leiter der Abteilung System-Immunologie des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI)