Infektionsquellen bei ambulant erworbenen Fällen von Legionärskrankheit – Ergebnisse der LeTriWa-Studie

Bei ambulant erworbener Legionärskrankheit (AE-LK) ist es oft kaum möglich, die Infektionsquelle eindeutig nachzuweisen. Auf Basis der Berliner LeTriWa-Studie („Legionellen in der Trinkwasser-Installation“) wollten Wissenschaftler:innen erarbeiten, bei wie vielen Fällen dies evidenzbasiert gelingen kann. Können Infektionsquellen einfacher identifiziert werden, ist eine bessere Prävention möglich. Denn prinzipiell sind Fälle von AE-LK vermeidbar.

Die Legionärskrankheit ist eine nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtige Lungenentzündung. Die Legionellen-Bakterien verursachen deutschlandweit ca. 15.000 bis 30.000 Erkrankungen jährlich (1) .
Legionellen kommen üblicherweise in Wassersystemen wie Haushaltsleitungen oder in Biofilmen vor. In die Lunge gelangen sie über das Einatmen erregerhaltiger Aerosole, z. B. von Whirlpools, öffentliche Brunnen, unter der Dusche oder auch aus Luftbefeuchtern oder Verdunstungskühlanlagen. Sogar Sprühflaschen für Pflanzen können Legionellen verbreiten. Die Legionärskrankheit verläuft in ca. fünf Prozent der Fälle tödlich.

Größere Ausbrüche werden z.B. mit Verdunstungskühlanlagen assoziiert, sporadisch auftretende Fälle lassen sich selten eindeutig einer Infektionsquelle zuordnen. Hierzu wollte die Berliner Studie mit Daten aus den Jahren 2016 bis 2020 neue Erkenntnisse liefern.

Im Rahmen der Berliner Studie versuchten die Wissenschaftler:innen, die ambulant erworbenen Fälle von Legionärskrankheit evidenzbasiert einer Infektionsquelle zuzuordnen: Entweder einer externen Infektionsquelle, einer häuslichen Nicht-Trinkwasserquelle, zum Beispiel Raumluftbefeuchter oder Gießkanne, oder häuslichem Trinkwasser.

Bei etwa der Hälfte der Infektionsfälle gelang es, eine wahrscheinliche Quelle auszumachen, und zwar 16 Prozent der Fälle einer externen Infektionsquelle, 6 Prozent einer häuslichen Nicht-Trinkwasserquelle und immerhin 27 Prozent dem häuslichen Trinkwasser. Etwa die Hälfte der Infektionen konnte nicht zugeordnet werden.  

Die LeTriWa-Studie, DRKS00009831 ist ein gemeinsames Projekt des Robert Koch-Instituts (RKI), des Umweltbundesamtes und des Konsiliarlabors für Legionellen in Dresden, in enger Kooperation mit dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo), den zwölf Berliner Gesundheitsämtern und insgesamt 15 Berliner Krankenhäusern.
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Quellen:
(1) www.drks.de/drks_web/navigate.do