SIMPATI: Surveillance nosokomiale Infektionen in der außerklinischen Versorgung

 

Immer mehr Menschen mit respiratorischer Insuffizienz können inzwischen auch außerhalb einer Klinik intensivmedizinisch versorgt werden. Sind sie dort vor nosokomialen Infektionen sicher? Das SIMPATI-Projekt dient der Entwicklung, Einführung und Erst-Evaluation eines Surveillance-Systems für nosokomiale Infektionen und multiresistente Erreger in Einrichtungen der ambulanten Intensivtherapie. SIMPATI steht für: Surveillance nosokomialer Infektionen und MRE bei Patienten der außerklinischen Intensivpflege.

In der Novellierung des Infektionsschutzgesetztes 2018 wurde die Verpflichtung zur Umsetzung von Maßnahmen zur Vermeidung nosokomialer Infektionen und der Weiterverbreitung von Krankheitserregern ausdrücklich auch auf die ambulante Intensivpflege ausgedehnt. Ein wichtiges Werkzeug, um ein modernes Hygienemanagement zu realisieren, die Surveillance, fehlt jedoch bislang für diesen Bereich. Hier setzt SIMPATI an.

Der Fokus der Datenerhebung liegt auf den Infektionen, schließt aber auch weitere Parameter wie die MRE-Nachweise ein. Wie bereits im Klinikbereich etabliert, sollen so die Einrichtungen in die Lage versetzt werden, nach einer einheitlichen Methode ihre nosokomialen Infektionen und MRE zu erfassen. Es entsteht dadurch eine Datenbank, mit der sich jeder einzelne Pflegedienst anonymisiert mit anderen vergleichen kann. Zudem möchte SIMPATI untersuchen, ob bei der Versorgung von Patienten in der ambulanten Intensivtherapie die Sichtbarmachung der Ergebnisqualität und deren vergleichende Niveau-Ermittlung zu einer Verbesserung der Versorgungsqualität führen kann.

Das SIMPATI-Projekt knüpft an bereits bestehende Strukturen des sogenannten „Krankenhaus-Infektions-Surveillance-Systems“ (KISS) an, das vom Nationalen Referenzzentrum für Nosokomiale Infektionen am Hygiene-Institut der Charité (NRZ Hygiene) betreiben wird. Dadurch kann auf eine jahrzehntelange Expertise hinsichtlich der Surveillance in Kliniken zurückgegriffen werden. Bislang fehlt es jedoch an Surveillance-Erfahrungen in der außerklinischen Pflege. Mit SIMPATI soll diese Lücke nun geschlossen werden; das Projekt wird vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gefördert.

Interessierte Pflegedienste können sich auf der Homepage weiter informieren (https://www.nrz-hygiene.de/nrz/simpati/) oder direkt mit dem Studienteam Kontakt aufnehmen.

Kontakt:
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Dr. med. Pauline A. Nouri-Pasovsky
Telefon: 030 -8445 3671 oder E-Mail: pauline-assina.nouri@charite.de

Niedersächsisches Landesgesundheitsamt
Patrick Ziech
Telefon.: 0511 4505-129 oder E-Mail: patrick.ziech@nlga.niedersachsen.de