Gemeinsam für mehr Gesundheit in Deutschland

Das Zukunftsforum Public Health will mit der Entwicklung einer nationalen Public-Health-Strategie die Öffentliche Gesundheit in Deutschland stärken.

Derzeit verändern Megatrends wie Globalisierung, Digitalisierung, Klimawandel oder globales Altern unsere sozialen, politischen und ökonomischen Verhältnisse tiefgreifend. Die Veränderungen beeinflussen auch unser Miteinander, die individuelle Gesundheit und die Gesundheit der Bevölkerung.

 

 

Um auf diese Herausforderungen angemessen reagieren zu können, wird eine koordinierte Zusammenarbeit starker Akteure aus öffentlichen Einrichtungen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik benötigt. Im Jahr 2016 war dies der Grundtenor des ersten Symposiums des Zukunftsforums Public Health (ZfPH), das Fachleute aus der Praxis und Theorie zusammenbrachte, um über die Zukunft der Öffentlichen Gesundheit (Public Health) zu beraten.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass Deutschland eine Public-Health-Strategie benötigt, die sowohl Forschung und Lehre als auch die verschiedenen Praxisfelder der öffentlichen Gesundheit einschließt. Dabei bestand Konsens darüber, dass die Debatte in Deutschland an internationale Perspektiven im Sinne einer umfassenden globalen Gesundheit anschlussfähig sein muss. Denn die „öffentliche Sorge um die Gesundheit aller“ kann nur vor dem Hintergrund weltweit zunehmender sozialer und gesundheitlicher Ungleichheiten und den dafür verantwortlichen Strukturen betrachtet werden. Unabdingbar dafür ist die Unterstützung durch die Politik.

Im Nachgang des Symposiums 2016 gründete sich eine Steuerungsgruppe, um eine Arbeitsstruktur zu schaffen, die Praxis, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik miteinander ins Gespräch bringt. Die fehlende Vernetzung war einer der beim ersten Symposium am häufigsten monierten Punkte. Nur wer voneinander weiß und die spezifischen Rahmenbedingungen kennt, kann eine gemeinsame Identität entwickeln. Auf dieser Basis erfolgte eine Priorisierung von Themen. So arbeitet das ZfPH schwerpunktmäßig zu Verhältnisprävention, Public Health und Politik, Globale Gesundheit, Gesundheit in allen Politikbereichen, Vernetzung von Wissenschaft und Praxis sowie Klimawandel und Öffentliche Gesundheit. Dabei sind Vernetzung und Identitätsbildung immer Querschnittsaufgaben.

Alle Arbeitsergebnisse werden nun in einem Strategieentwicklungsprozess gebündelt. Dieser Prozess begann mit der Vorstellung einer Roadmap auf dem Symposium 2019. Zum diesjährigen vierten Symposium 2020 legte die Steuerungsgruppe des ZfPH darauf aufbauend das Arbeitspapier „Auf dem Weg zu einer Public-Health-Strategie – Gemeinsam für mehr Gesundheit in Deutschland“ vor. Entlang der zehn von der WHO Europa definierten „Essential Public Health Operations“ macht das Papier eine Bestandsaufnahme, definiert Verbesserungspotenzial und schlägt Wege zur Weiterentwicklung vor. Es wurde in den Arbeitsgruppen des Symposiums intensiv diskutiert und ergänzt. Im nächsten Schritt sind alle Interessierten eingeladen, das Papier zu kommentieren. Die Konsultationsphase startet im März.

Ziel der Strategie ist es, möglichst viele Akteurinnen und Akteure zusammenzubringen, die vielfältigen Aktivitäten zu einer gemeinsamen Agenda zu verbinden und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Das Arbeitspapier und weitere Informationen zur Arbeit des ZfPH finden sich auf www.zukunftsforum-public-health.de



Dr. phil. Svenja Matusall
Geschäftsstelle Zukunftsforum Public Health
zukunftsforum@rki.de