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Zoom-Fatigue: Warum Videokonferenzen so anstrengend sind

Erschöpft von der Videokonferenz? Damit sind Sie nicht allein. Wie „Zoom-Fatigue" entsteht und was Sie dagegen tun können.

Seit der Corona-Pandemie sind Videokonferenzen aus dem Berufsalltag nicht mehr wegzudenken. Nach Angaben des Statistikdienstes Statista verzeichnete allein der US-Anbieter Zoom im Juni 2022 rund 1,2 Milliarden Besuche – zu Hochzeiten waren es sogar 2,7 Milliarden. Dazu kommen die Nutzungszahlen von MS Teams, Webex und Co.

Die Vorteile liegen auf der Hand: In Videokonferenzen können wir ortsunabhängig kommunizieren und bekommen visuelle Eindrücke, die bei einem Telefonanruf fehlen würden. Ganze Abteilungen können Besprechungen abhalten und gemeinsam auf Dokumente schauen. Auch Fort- und Weiterbildungen sind möglich. Gerade in Zeiten des Lockdowns haben Videokonferenzen Arbeitsabläufe somit deutlich erleichtert.

Doch das Ganze hat auch einen Haken: Videokonferenzen erschöpfen, denn sie sind anstrengender als persönliche Treffen. Nach einer Studie der Standford University aus dem Jahr 2021 liegt das vor allem an fünf Faktoren – und alle scheinen bei Frauen häufiger vorzukommen als bei Männern. Wissenschaftler:innen sprechen in diesem Zusammenhang von der sogenannten Zoom-Fatigue. Dabei beziehen sie sich nicht auf die Konferenz-Plattform im Speziellen, sondern ganz allgemein auf die Nebenwirkungen von Videokonferenzen.

Faktor 1: Der permanente eigene Anblick

Im Alltag sehen wir uns nicht selbst. Der Spiegelblick irritiert uns und wir achten stärker darauf, wie wir von anderen wahrgenommen werden.

Faktor 2: Bewegungsmangel

In persönlichen Meetings bewegen wir uns regelmäßig: Wir strecken uns, gehen auf und ab oder schreiben etwas an ein Flipchart. Um im Blickfeld der Kamera zu bleiben, bewegen wir uns bei Videokonferenzen hingegen sehr wenig

Faktor 3: Augenkontakt

Während wir bei persönlichen Treffen in der Regel nur eine Person ansehen und auf die Reaktion achten, schauen wir in der Videokonferenz gleichzeitig in viele Gesichter – und das aus der Nähe. Dieser übermäßige Augenkontakt ist anstrengend und kann sogar Angst erzeugen.

Faktoren 4 und 5: Nonverbale Unklarheiten

Bei Videokonferenzen kann es schwer sein, sich durch Gestik und Mimik verständlich zu machen, also nonverbal zu kommunizieren. Doch auch die Interpretation der Gestik und Mimik anderer fällt nicht immer leicht. Warum schaut die Kollegin gerade weg? Ist sie gelangweilt oder ist vielleicht nur gerade jemand ins Zimmer gekommen? Solche mehrdeutigen und oft unvollständigen nonverbalen Informationen strengen an und erhöhen damit den Stress.

Auch wenn viele Argumente für Videokonferenzen sprechen, empfehlen Expert:innen, Videokonferenzen auf ein notwendiges Maß zu beschränken und auch mal Tage ohne Videokonferenz einzuplanen. Darüber hinaus können folgende Tipps helfen:

Schalten Sie die Kamera auch mal aus.

  • Vergrößern Sie den Abstand zur Kamera und erweitern Sie so Ihren Aktionsradius.
  • Minimieren Sie das Meeting-Fenster, um den ständigen Augenkontakt zu unterbrechen.
  • Vermeiden Sie die Einstellung, in der nur die oder der Sprechende zu sehen ist, insbesondere wenn sich die Sprecher:innen häufig abwechseln.
  • Verzichten Sie auf „unruhige" Hintergrundbilder und reduzieren Sie Ablenkung.
  • Nutzen Sie, wenn möglich, ein Headset. So verbessert sich die Sprachqualität – für Sie und die anderen Meeting-Teilnehmer:innen.

Link zur Studie: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3820035