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Tagungsbericht: Hafentage 2025 in Bremerhaven

Vom 16 bis zum 18. September war unsere Referentin für Infektionsschutz und Hygiene Dr. Sybille Somogyi mit der AÖGW-Fortbildungsveranstaltung „Hafentage 2025“ in Bremerhaven vertreten. In diesem Jahr trafen sich über 50 Teilnehmer:innen und Referent:innen zum fachlichen Austausch.

Foto von zwei Schiffen am Hafen.
Die Hafentage 2025 in Bremerhaven: Mit an Bord war die AÖGW Sybille Somogyi | AÖGW

Die Runde der Teilnehmer:innen bestand vor allem aus Ärzt:innen, Gesundheitsingenieur:innen und Hygienekontrolleur:innen, die in Gesundheitsämtern in die Aufgaben des Hafenärztlichen Dienstes (HÄD) involviert sind oder diese Aufgaben künftig übernehmen werden. Die Veranstaltung wurde als Kooperationsprojekt der Abteilung „Hafenärztlicher Dienst - Port Health Authority“ des Lebensmittelüberwachungs-, Tierschutz-und Veterinärdienst des Landes Bremen und der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen (AÖGW) in Düsseldorf organisiert und durchgeführt.

Foto von Sybille Somogyi auf dem Deck eines Seglers.
AÖGW-Referentin Somogyi an Bord des Schulungsschiffs „Deutschland“ Sybille Somogyi | AÖGW

Im Rahmen der zweieinhalbtägigen Veranstaltung wurden die verschiedenen Themen des Hafenärztlichen Dienstes (HÄD) intensiv beleuchtet, um die Aufgaben des Infektions- und Gesundheitsschutzes in Häfen und auf Schiffen kennenzulernen und zu vertiefen sowie das Netzwerk der Hafenärztlichen Dienste zu pflegen.

Erster Tag

Bereits an Tag 1 erwartete die Tagungsteilnehmer:innen in den Kursräumen des „Havenhostel Bremerhaven“ ein vielschichtiges Programm. Neben den Neuerungen zur HÄDI-software, z.B. bei der Ausstellung von Hygiene-Zertifikaten für Schiffe, wurden die für Kreuzfahrtschiffe relevanten Infektionskrankheiten vorgestellt und mit aktuellen Impfempfehlungen für die Schifffahrt ergänzt. Das Nachmittags-Programm vertiefte die Aspekte von Diagnostik, Therapie und Maßnahmen übertragbarer Infektionen an Bord am Beispiel der Krätzemilbe (Sarcoptes scabiei var. hominis) und einer Übersicht zu „Stechmücken-übertragenen Infektionen“, die vor allem für Landgänge in tropischen Regionen bedeutsam sind.

Das Programm des ersten Tages wurde mit einer Rundfahrt mit dem HafenBus abgerundet, bei der wir beim Durchqueren des Sperrgebietes der Hafen- und Werftbetriebe aus nächster Nähe einen ebenso informativen wie unterhaltsamen Einblick in die faszinierende Welt der Überseehäfen Bremerhavens erhielten.

Zweiter Tag

Zum Auftakt des zweiten Tages der Veranstaltung wurden die für die Bekämpfung von internationalen Infektionsereignissen maßgeblichen Gesundheitsvorschriften der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erläutert. Im Anschluss erhielten die Teilnehmer:innen einen Überblick zu verschiedenen Ausführungen von Schutzkleidung bei Infektionsgefahren und hatten die Gelegenheit das kontaminationsfreie An- und Ablegen der gesamten Ausrüstung in der Praxis zu üben.

Foto von Menschen in weißen Schutzanzügen.
Teilnehmende üben das An- und Ablegen von Infektionsschutzkleidung Sybille Somogyi | AÖGW

Das Nachmittagsprogramm war dem spannenden Themenblock „Notfallmanagement im Hafen“ gewidmet, bei dem die Teilnehmer:innen in sogenannten „Table-Top-Übungen“ die Aufgaben und Zuständigkeiten verschiedener Akteure kennenlernen und selbst ausprobieren konnten. Im maritimen Flair des Fischereihafens ergab sich beim gemeinsamen Abendessen und „Come Together“ die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und zum entspannten Tagesausklang.

Erster Tag

An Tag 3 wurde anhand eines Fallbeispiels der Prozess des „Maritimen Gesundheitsmanagements“ des Hafenärztlichen Dienstes Bremerhaven während der SARS-CoV-2-Pandemie skizziert, in dem sich viele der Teilnehmer:innen mit ihren eigenen Erfahrungen wiederfanden. Im Anschluss gab die Seemannsmission Bremerhaven Einblicke in die unterschiedlichen Lebenswelten von Seeleuten und die Anforderungen an die Seelsorge bei Notfällen wie z.B. Schiffsunglücken.

Mit einem Beitrag zu Aufgaben und Abläufen in der Lebensmittelüberwachung an Bord gingen die Hafentage 2025 als erkenntnis- und erlebnisreiche Fortbildung zu Ende – natürlich mit der Übergabe des Staffelstabs für die kommende Planung und mit Vorfreude auf die Hafentage 2026.