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ÖGD Länder Connect 2025: Digitalisierung im Öffentlichen Gesundheitsdienst braucht Verstetigung und klare Perspektiven

Von der Bilanz bis zur Zukunftsfrage – die zweite ÖGD-Länder-Connect-Tagung in Düsseldorf zeigte, dass die Digitalisierungsprojekte aus dem ÖGD-Pakt schon sehr viel erreicht haben. Mit Blick auf die Zukunft waren sich indes die Teilnehmenden einig: Es bedarf über 2026 hinaus einer Verstetigung laufender Projekte und des übergreifenden Austauschs. 

Düsseldorf, 24. September 2025 – Digitalisierung, Vernetzung und Zukunftsplanung standen im Mittelpunkt der zweiten „ÖGD Länder Connect“-Tagung, zu der die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen nach Düsseldorf eingeladen hatte. Das Format, das im Frühjahr erstmals stattfand, zeigte sich auch dieses Mal als wertvolle Plattform für Standortbestimmung und Diskussion über die Weiterentwicklung der Digitalisierung im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD). Mehr als 80 geladene Teilnehmende, die Länder- und Ein-Land-für-Alle (ELFA)-Maßnahmen im Rahmen des ÖGD-Pakts entwickeln, nahmen die Gelegenheit zum Austausch vor Ort oder im Live-Stream wahr. 

Das Bild zeigt den gut besuchten Theatersaal des Düsseldorfer Malkastens anlässlich des ÖGD Länder Connects 2025 mit Diskutierenden auf der Bühnemit
Über 80 Teilnehmende diskutierten in Düsseldorf im Rahmen von ÖGD Länder Connect über Status und Perspektiven der ÖGD-Digitalisierung Alexandra Malinka | AÖGW
Blick auf die Applikationslandkarte

Insgesamt 67 Projekte zur Digitalisierung wurden seit Beginn des „Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ auf Länderebene initiiert. Zum Auftakt der Tagung in Düsseldorf präsentierte Keynote-Speaker Tim Kaukereit von der Geschäftsstelle UAG Digitalisierung mit einer „Applikationslandkarte“ den aktuellen Überblick über laufende und bereits abgeschlossene Maßnahmen. Kaukereit erläuterte, welche Fortschritte erzielt wurden und wo unterschiedliche Ansätze und Lösungen der Länder den Prozess herausfordern.

Paneldiskussion: Bilanz und Perspektiven der Ländervernetzung

In der ersten Paneldiskussion diskutierten Clara Lankes vom Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege sowie Bertram Geisel vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg zusammen mit der Vorsitzenden der UAG Digitalisierung Sabine Hermann über zentrale „Learnings“, Status quo und künftige Koordination. Dabei wurde deutlich: Unterschiedliche Ansätze – von Open-Source-Lösungen über landesweite SaaS-Plattformen bis hin zu Fachanwendungen – eröffnen Chancen, erfordern aber auch eine kontinuierliche Koordination. Fast 100 Meetings der UAG Digitalisierung haben bislang mit Teilnehmenden aus allen 16 Bundesländern stattgefunden. Zentral bleibe jetzt die Frage, wie diese Form des Austauschs und das bereits Erreichte weiterhin gesichert werden könne: „Wir brauchen auch über 2026 hinaus eine Verstetigung der Transformation, ansonsten drohen in Teilen Digitalisierungsruinen“, unterstrich Sabine Hermann. Damit traf sie auf breite Zustimmung im Auditorium. 

Das Bild zeigt den gut besuchten Theatersaal im Düsseldorfer Malkasten mit diskutierenden Menschen auf der Bühne
Bertram Geisel, Clara Lankes und Sabine Hermann diskutierten gemeinsam mit Moderator Mike Seidensticker über den Status quo Alexandra Malinka | AÖGW
Evaluation, Workshops und Atelierrundgang

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Evaluation des Förderprogramms Digitalisierung. Stephan Heinrich von der Prognos AG betonte in seinem Vortrag, dass es nicht nur um Zielerreichungsquoten gehe, sondern um qualitative Erkenntnisse für den weiteren Digitalisierungsprozess im ÖGD. 

In vier parallel stattfindenden Workshops vertieften die Teilnehmenden praxisnah Themen wie digitalen Reifegrad, Nachnutzung von Landeslösungen, Telematik-Infrastruktur oder Prozessautomatisierung. Ein Online-Workshop widmete sich parallel dem Thema Robotic Process Automation (RPA).

Im Rahmen eines „Atelierrundgangs“ stellten die Länder ihre ELFA-Projekte vor – eine Werkschau innovativer Anwendungen, die von einem Land federführend entwickelt wurden und den anderen Bundesländern zur Nachnutzung zur Verfügung stehen. 

Das Bild zeigt Professorin Dagmar Starke, kommissarische Leiterin der AÖGW, als Rednerin beim ÖGD Länder Connect 2025
Dagmar Starke, kommissarische Leiterin der AÖGW, betonte, dass Digitalisierung ein dauerhafter Prozess ohne Endpunkt ist Alexandra Malinka | AÖGW
Zukunftsfrage nach 2026

Am Nachmittag richtete sich der Blick nach vorn. Im Mittelpunkt standen die Themen Sicherung, Verstetigung, Finanzierung und Weiterentwicklung. Darüber diskutierten Dagmar Starke, kommissarische Leiterin der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen, Nicole Richardt, Geschäftsstellenleiterin isiÖGD im ELFA-Projekt Interoperabilität, Sami Oldenburg, Leiter der Geschäftsstelle UAG Digitalisierung, und Jonas Seidel, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, in der zweiten Panelrunde. Einigkeit bestand darüber, dass die Schaffung neuer Formate des Austauschs ein Erfolgsfaktor sei. „Die Bereitschaft, auf föderaler und kommunaler Ebene neue Formate des Austauschs zu nutzen, ist groß. Hier wird mit ganz viel Herzblut an den Projekten gearbeitet“, so Nicole Richardt. Auf übergeordneter Ebene drohe dagegen nach Ende des ÖGD-Pakts ein Verlust an Austausch und Expertise. Dabei sei gerade diese Form der Zusammenarbeit von großer Bedeutung, weil es der fortlaufenden Transformation bedürfe: „Digitalisierung ist ein dauerhafter Prozess, er hat keinen Endpunkt“, sagte Dagmar Starke, ansonsten drohe Rückschritt statt Weiterentwicklung. Umso wichtiger sei es, auch künftig regelmäßig in den Austausch zu kommen.

Das Bild zeigt Zeichnungen und Text eines Graphic Recordings zum ÖGD LänderConnect am 24. September 2025
Zeichnerisch begleitet wurde die Veranstaltung von Stephan Lomp in Form eines Graphic Recordings AÖGW
Dialog als Erfolgsfaktor

Abschließend unterstrich Dagmar Starke, wie wichtig die gemeinsame Arbeit ist: „Der ÖGD Länder Connect zeigt, dass Digitalisierung im Öffentlichen Gesundheitsdienst nur im Miteinander gelingen kann. Wir haben heute gesehen, wie viel schon erreicht wurde – und dass es jetzt entscheidend ist, gemeinsam den nächsten Schritt zu gehen.“

Bei Fragen zum Projekt oder zur Veranstaltung melden Sie sich gern unter connect(at)akademie-oegw.de.

ÖGD Connect wird aus EU-Mitteln NextGenerationEU finanziert.

Das Bild zeigt das EU-Logo mit dem Text "Finanziert von der Europäischen Union NextGenerationEU"