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Neues E-Learning: Entscheiden und Lernen in gesundheitlichen Krisen

Umfassende Gesundheitskrisen wie die Influenza-Pandemie 2009 oder die COVID-19-Pandemie stellen den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) vor enorme Aufgaben. Eine systematische Aufarbeitung krisenhafter Ereignisse bietet jedoch die Chance, aus Erfahrungen zu lernen, um für künftige Szenarien gut aufgestellt zu sein. Wie ein solcher Lernprozess strukturiert angestoßen und umgesetzt werden kann, vermittelt das neue E-Learning „Entscheiden und lernen in gesundheitlichen Krisen“.

Grafik mit Menschen, die gemeinsam einen Turm errichten.
AÖGW

Das E-Learning besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil des E-Learnings, konzipiert von der AÖGW, stellt Entscheidungsfindungsprozesse in den Mittelpunkt und fragt, wie Entscheidungen auch unter erschwerten Bedingungen strukturiert, partizipativ und abwägend auf Basis der besten verfügbaren Evidenz für oder gegen Maßnahmen getroffen werden können. Das E-Learning stellt eine Handlungsleitlinie vor, die in zehn Schritten verschiedene Phasen des Entscheidungsprozesses im Kontext eines Praxisbeispiels durchläuft. Teil eins des Kurses umfasst vier Module, die in etwa 100 Minuten interaktiv absolviert werden.

Der zweite Teil des E-Learnings, konzipiert vom RKI, nennt Methoden zum kontinuierlichen systematischen Lernen aus Krisen. Er vermittelt das Prinzip der Action-Reviews nach Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem European Center for Disease Prevention and Control (ECDC). In drei Modulen führt der Kurs nicht nur durch Beispiele, die zeigen, wie Action-Reviews aufgebaut und durchgeführt werden, sondern veranschaulicht schrittweise, wie ein Action Review konzipiert und vorbereitet wird, etwa wie zunächst Ziel und Umfang bestimmt und anschließend Stakeholder eingebunden werden können. Interaktive Übungen und verschiedene Settings vermitteln, wie Formate der Durchführung praktisch erprobt und nachbereitet werden können. Im letzten Modul dieses ca. 90-minütigen zweiten Teils wird mit Szenarien, weiteren Übungen und einem Abschlussquiz gearbeitet. Das E-Learning ist für alle Teilnehmenden kostenlos.

Hintergrund ILEAs-Verbundprojekt

Das E-Learning ist entstanden im Rahmen des vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten ILEAs-Verbundprojekts, bei dem die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen (AÖGW) und das Robert Koch-Institut (RKI) jeweils Teilprojekte federführend begleiten. Das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit Brandenburg (LAVG) unterstützt als assoziierter Praxispartner das Projekt. Darüber hinaus findet ein regelmäßiger Austausch mit einem praktischen und einem wissenschaftlichen Beirat statt.

ILEAs steht für „Institutionelles Lernen aus epidemisch bedeutsamen Lagen“. Im Projekt arbeiten Praxis und Wissenschaft eng zusammen. Gemeinsam werden aus epidemisch bedeutsamen Lagen Lehren gezogen und Lessons-Learned-Ansätze entwickelt. Diese zeigen auf, wie der ÖGD während und nach Krisen evidenzinformierte Entscheidungen treffen kann, strukturierte Lernprozesse etabliert und diese dauerhaft in der eigenen Organisation etabliert und dauerhaft verankert werden können.

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