Aktuelles
Immer auf dem Laufenden! 

Das Bild zeigt ein Handy mit dem Startbildschirm der App „ÖGD NEWS“

Nachrichten-App ÖGD NEWS

Die  Nachrichten-App „ÖGD NEWS“ bietet allen Beschäftigten im Öffentlichen Gesundheitsdienst aktuelle, journalistisch aufbereitete Informationen rund um das Öffentliche Gesundheitswesen.
Mehr erfahren
ÖGD News

Fortbildung: „Tollwut bei Fledermäusen – ein Beispiel für interdisziplinäre Zusammenarbeit“

Am 10. Dezember 2025 findet eine digitale Fortbildungsveranstaltung statt, die Tollwut bei Fledermäusen aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven beleuchtet. Anlass war der Nachweis des Europäischen Fledermaus-Tollwutvirus Typ 2 (EBLV-2) in einer Fledermaus (Myotis daubentonii) im Rahmen eines Kooperationsprojekts zu Fledermausgesundheit in Mitteldeutschland.

Vorgestellt werden Beiträge aus allen eingebundenen Disziplinen, u. a. zur epidemiologischen Entwicklung und Diagnostik, Prävention und Behandlung im Kontext der menschlichen Gesundheit, zum Umgang mit geschützten Arten sowie zur Rolle von Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. 

Braunes Langohr im Flug Dietmar Nill | NABU

Die Tollwut ist eine vom Tier auf den Menschen übertragbare virusbedingte Infektionskrankheit (Zoonose), die periphere Nervenbahnen und das Zentralnervensystem (ZNS) infiziert.

Die Erreger der Tollwut sind Lyssaviren, neurotrope Viren der Familie der Rhabdoviren, deren eigentliche Reservoire Fledertiere (Chiroptera) sind; 18 der bislang bekannten Lyssaviren kommen ausschließlich bei Fledermäusen oder Flughunden vor, schreibt das Friedrich-Löffler-Institut (FLI), das sich als deutsches Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit u. a. mit Tollwut befasst. Wie der hier besprochene Fall zeigt, wird das Virus in Deutschland zwar gelegentlich bei Wildtieren wie Nagetieren oder Fledermäusen nachgewiesen, wildtiervermittelte Tollwutfälle beim Menschen sind jedoch selten.

Beim Umgang mit Tollwutinfektionen sind Akteur:innen verschiedener Fachgebiete involviert. Es werde daher regelmäßig deutlich, wie wichtig eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Natur- und Artenschutz, Gesundheitswesen, Veterinärbehörden und anderen Akteuren sei, so die Veranstalter:innen der Fortbildung. Es gehe ihnen darum, die Fachöffentlichkeit und Entscheidungsträger:innen dafür zu sensibilisieren, wie mit zoonotischen Risiken umgegangen werden kann, und wie gleichzeitig auch die Belange des Artenschutzes und der Gesundheitsvorsorge angemessen berücksichtigt werden können.

In diesem Kontext hat die Universität Leipzig zusammen mit der One Health Plattform (OHP) und der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf (AÖGW) Referent:innen aus unterschiedlichen Fachgebieten eingeladen, um im Sinne des One-Health-Ansatzes das Thema aus Perspektiven interdisziplinär zu beleuchten.

Referieren werden laut Programm Expert:innen der Technischen Universität Dresden, der Universität Leipzig, des Friedrich-Löffler-Instituts, des Robert Koch-Instituts, des Bundesamts für Naturschutz, der Freien Universität Berlin sowie der ZDF-Sendung Terra X. 

Der Fokus der Impulsvorträge liegt auf Sicherheit, Recht und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Eine Podiumsdiskussion rundet die Veranstaltung ab. 

Die Fortbildung wendet sich an Personen mit direktem oder indirektem Kontakt zu Fledermäusen (u. a. Biolog:innen, praktische Tierärzt:innen sowie Humanmediziner:innen, Wildtierpfleger:innen und Naturschützer:innen) sowie Vertreter:innen aus Behörden (Naturschutz-, Veterinär- und Gesundheitsamt).

Die ärztliche Leitung übernimmt PD Dr. med. habil. Corinna Pietsch, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Virologie – Fachbereich Virologie, Uniklinik Leipzig.

Zur Anmeldung