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Erste Gesundheitskioske in einigen Regionen eingerichtet

Gesundheitskioske sind aus den aktuellen Debatten um das Öffentliche Gesundheitswesen nicht mehr wegzudenken. Ganze 1.000 dieser niederschwelligen Angebote will die Bundesregierung in den nächsten Monaten bundesweit einrichten. Ihre Aufgabe: Gesundheitskioske sollen Menschen in strukturschwachen Stadtteilen und Regionen einen einfachen Zugang zu Gesundheitsberatungen bieten. Es geht um eine Verschränkung der Themen Gesundheit und Sozialraum.

Das Foto zeigt zwei Frauen die einen Vertrag unterzeichnen.
Gabrielle Henderson | unsplash

Grundsätzlich gilt: Die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geplanten Anlaufstellen sollen ein niedrigschwelliges Beratungsangebot bieten und die Zahl der Behandlungen in Arztpraxen oder Krankenhäusern verringern. Möglich wird diese Entlastung beispielsweise, wenn einfache Versorgungen wie Blutdruckkontrollen, Impfungen oder Verbandswechsel in den Gesundheitskiosken durchgeführt werden. Vor allem bei den Themen Prävention und Gesundheitsförderung spielen die Gesundheitskioske eine tragende Rolle. Sie vermitteln und bieten kostenlose Beratungen, Workshops und Kurse in den Themenbereichen Ernährung, Bewegung, Schwangerschaft, (Krebs-)Erkrankungen, Impfungen, Pflegebedürftigkeit, Sucht oder seelische Gesundheit.

Vorbilder in Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen

Vorhandene Anlaufstellen wie der 2017 als Pilotprojekt gestartete Gesundheitskiosk in Hamburg-Billstedt oder die Gesundheitskioske in Aachen und Essen bieten Beratungstermine an und vermitteln zu Haus- und Fachärzt:innen sowie Krankenhäusern: Die Mitarbeitenden in den Kiosken unterstützen bei der Suche nach der richtigen Praxis oder Pflegeeinrichtung und helfen dabei, Arztbriefe und andere medizinische Dokumente zu verstehen oder Anträge zu stellen. Die in Thüringen errichteten Gesundheitskioske sollen hingegen die Versorgung in ländlichen Regionen stärken, etwa mit den geplanten telemedizinischen Angeboten in Form von Videosprechstunden.

Eine besondere Leistung der Gesundheitskioske ist es, gesundheitsfördernde und präventive Angebote auch in sozioökonomisch und strukturell benachteiligen Stadtgebieten leicht zugänglich zu machen – und dabei Sprachbarrieren zu überwinden. Im Umfeld der Hamburger Anlaufstelle ist der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund zum Beispiel relativ hoch. Daher helfen und beraten die Mitarbeitenden in acht verschiedenen Sprachen, wie es auf der Website des Hamburger Gesundheitskiosks heißt. In ebenso vielen Sprachen bietet der Gesundheitskiosk in Aachen Beratungen an, immerhin sechs sind es in Essen.

Kooperation von Gesundheitskiosken und Gesundheitsämtern

Laut Bundesministerium für Gesundheit (BMG) sollen beim Aufbau und Betrieb der Gesundheitskioske kommunale Strukturen und vorhandene Ressourcen genutzt werden. Gemeint sind unter anderem Jugendämter, Familienzentren oder Integrationszentren. Vor allem aber steht eine enge Zusammenarbeit mit dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) auf der Agenda, etwa im Rahmen der Gesundheitsförderung. Auch Ute Teichert, Leiterin der Abteilung „Gesundheitsschutz, Gesundheitssicherheit, Nachhaltigkeit“ im BMG, plädiert für eine Andockung der Kioske an die Gesundheitsämter. Es sei nicht gedacht, dass Gesundheitskioske parallele Strukturen zur bereits vorhandenen medizinischen Versorgung aufbauen, wird Teichert in einem Artikel des Ärzteblatts zum diesjährigen Kongress „Armut und Gesundheit“ zitiert.

Auch in der kürzlich vom BMG veröffentlichten Broschüre „Gemeinsam Digital. Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege“ hat der Gesundheitskiosk seinen Platz. Telemedizinische Leitungen werden hier als ein Serviceangebot genannt. In Thüringen arbeitet man bereits an der Umsetzung: Hier sollen Videosprechstunden in den Gesundheitskiosken angeboten werden, um der Bevölkerung abseits der Ballungszentren einen erleichterten Austausch mit Hausärzt:innen zu ermöglichen. Auch eine telemedizinische Anbindung an Apotheken ist in Thüringen geplant.

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