Weltherztag: Was unserem Herzen guttut

Verschiedene Faktoren beeinflussen unsere Herzgesundheit. Zum Weltherztag am 29. September geht es deshalb um Blutdruck, Cholesterin, Gewicht, Rauchen, Blutzucker, Ernährung, Schlaf und Bewegung. Wer diese Faktoren im Blick behält, kann viel für das eigene Herz tun und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.

Frau hält Stoffherz in die Kamera
Puwadon Sang-ngern | Pexels

Die gute Nachricht zuerst: Die Gesamtsterblichkeit durch Herzkrankheiten ist in Deutschland erneut leicht gesunken. Besonders deutlich ging die Sterberate der koronaren Herzkrankheit zurück, die Grunderkrankung des Herzinfarkts. Dazu haben laut Deutscher Herzstiftung unter anderem Fortschritte bei Diagnostik, Therapie und Rehabilitation beigetragen – etwa bei der Behandlung von Herzinfarkten, bei Medikamenten und in der Rettungskette.

Dennoch bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine häufige Todesursache: 28,3 Prozent aller Todesfälle in Deutschland waren laut „Deutschem Herzbericht – Update 2026“ auf kardiovaskuläre Erkrankungen zurückzuführen. Zu den häufigsten Todesursachen innerhalb der Herzkrankheiten zählen die koronare Herzkrankheit beziehungsweise der akute Herzinfarkt und die Herzinsuffizienz.

Dabei sind Herzkrankheiten nicht nur ein Thema des höheren Alters. Bei der koronaren Herzkrankheit und bei Herzrhythmusstörungen sind laut Deutschem Herzbericht bereits ab etwa 40 Jahren steigende Hospitalisationsraten zu erkennen. Bei Frauen zeigt sich dieser Anstieg etwas später beziehungsweise weniger stark.

Gib ACHT für ein starkes Herz

Am 29. September lenkt der Weltherztag den Blick auf diese Themen: Der internationale Aktionstag der World Heart Federation (WHF) macht weltweit auf Herzgesundheit und die Bedeutung der Vorsorge aufmerksam. Organisationen in mehr als 100 Ländern beteiligen sich daran – auch die Deutsche Herzstiftung.

Sie greift den Weltherztag 2026 mit einem eigenen Motto auf: „Gib ACHT für ein starkes Herz“. Damit möchte die gemeinnützige Organisation Menschen dafür sensibilisieren, dass man auch selbst dazu beitragen kann, das Herz zu schützen.

Die Deutsche Herzstiftung nennt acht Faktoren, die für die Herzgesundheit eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker, aber auch Körpergewicht, Ernährung, Bewegung, Schlaf und der Verzicht auf Zigaretten. Wer diese Bereiche im Blick behält, kann viel für das eigene Herz tun und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.

Auch andere Faktoren können einen Einfluss haben: Eine Untersuchung der Tulane University in New Orleans deutet darauf hin, dass während des Schlafs auch Licht das Herz belasten kann. Ein Teil des Effekts lasse sich durch schlechteren und kürzeren Schlaf erklären. Darüber hinaus könne Licht, das auf die Netzhaut im Auge trifft, die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin unterdrücken und Stressachsen im Körper aktivieren, etwa den Sympathikus. Beides könne oxidativen Stress fördern und die Funktion der Blutgefäße beeinträchtigen – mit möglichen Folgen wie erhöhtem Blutdruck, koronarer Herzkrankheit oder Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern.

Herzerkrankungen ungleich verteilt

Prävention sollte aber auch gesamtgesellschaftlich betrachtet werden. Das zeigt der „Gesundheitsatlas Deutschland“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Demnach waren 2024 bundesweit mehr als drei Millionen Menschen von Herzinsuffizienz betroffen. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Regionen: In sozial besonders benachteiligten Regionen lag der Anteil bei 6,8 Prozent, in den am wenigsten benachteiligten bei 4,4 Prozent.

Für WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder zeigt sich darin, dass soziale Ungleichheit auch die Herzgesundheit beeinflusst. Einkommen, Bildung und Beschäftigung wirken sich auf wichtige Risikofaktoren und damit auf die Krankheitslast aus. „Präventionsangebote sollten insbesondere dort gestärkt werden, wo die gesundheitlichen Belastungen besonders hoch sind“, so Schröder.

Herzgesundheit beginnt also im Alltag – aber die Voraussetzungen dafür sind nicht überall gleich. Umso wichtiger sind gute Prävention und ein einfacher Zugang zu Gesundheitsangeboten.

DIE ACHT FAKTOREN IM ÜBERBLICK

Quelle: Deutsche Herzstiftung

Mehr Infos

Weltherztag „Gib ACHT für ein starkes Herz“ 
https://herzstiftung.de/service-und-aktuelles/publikationen-und-medien/weltherztag

Deutscher Herzbericht – Update 2026
https://herzstiftung.de/service-und-aktuelles/presse/pressemitteilungen/herzbericht-2026-herztote-klinikfaelle-hohem-niveau

Gesundheitsatlas Deutschland – Herzinsuffizienz
https://www.gesundheitsatlas-deutschland.de/erkrankung/herzinsuffizienz

Studie „Nighttime light exposure and cardiac structure and function“ der Tulane University im European Heart Journal
https://academic.oup.com/eurheartj/advance-article/doi/10.1093/eurheartj/ehag563/8770409?login=false