Bundesweite Befragung schafft mehr Transparenz bei Elternfragebögen zur Schuleingangsuntersuchung
Welche Themen werden bei Schuleingangsuntersuchungen in den Elternfragebögen abgefragt? Dieser Frage ist die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen gemeinsam mit Paula Hermann, Studentin der Gesundheitswissenschaften, im Rahmen eines Praktikums und einer Bachelorarbeit nachgegangen. Das Ergebnis: eine bundesweite Übersicht, die Einblicke in die Praxis der Kommunen gibt und den fachlichen Austausch fördert.

Wer einen Elternfragebogen für die Schuleingangsuntersuchung weiterentwickeln möchte, kann ab sofort auf eine bundesweite Sammlung zurückgreifen. Im Rahmen einer Befragung haben unsere ehemalige Praktikantin Paula Hermann und Referentin Nicole Rosenkötter untersucht, welche Themen Kommunen in ihren Elternfragebögen erfassen und wie sich diese unterscheiden. Entstanden sind ein thematisch geordnetes Glossar mit Fragen und Antwortkategorien sowie einer umfangreichen Auswertung zur Nutzung der Fragebögen.
Die Ergebnisse stehen allen Interessierten in einem Moodle-Kurs kostenlos zur Verfügung. Außerdem fließen sie in die Aus-, Fort- und Weiterbildungen der Akademie ein – etwa für Sozialmedizinische Assistent:innen oder Fachärzt:innen im Öffentlichen Gesundheitsdienst.
Für die Befragung sichteten Paula Hermann und Nicole Rosenkötter zunächst mehr als 40 öffentlich zugängliche Elternfragebögen. Auf dieser Grundlage entwickelten sie einen standardisierten Fragebogen, den sie gemeinsam mit Kolleg:innen aus der Akademie und aus Kommunen testeten und überarbeiteten. Anschließend befragten sie Mitarbeitende aus dem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (KJGD) sowie der Gesundheitsberichterstattung (GBE).
Die Resonanz war groß: Aus allen 16 Bundesländern gingen 230 gültige Rückmeldungen ein. Insgesamt beteiligten sich 139 Fachpersonen. 96 Kommunen nahmen einmal, 38 mehrfach an der Befragung teil. Zusätzlich stellten fünf Bundesländer Informationen zur Organisation ihrer Elternbefragungen zur Verfügung.
Entstanden sind ein Glossar sowie quantitative Auswertungen zu den Rahmenbedingungen und Erfahrungen bei der Nutzung von Elternfragebögen. Die Ergebnisse geben einen Einblick in die inhaltliche Vielfalt der Fragebögen und die unterschiedlichen Herangehensweisen der Länder und Kommunen – von der Themenauswahl bis zur Architektur der Fragen. Langfristig können sie Inspiration geben und Orientierung für Weiterentwicklungen bieten.
„Es freut uns sehr, dass aus einer Fragestellung aus der Praxis eine Befragung entstanden ist, deren Ergebnisse nun wieder direkt in die Praxis und in unsere Aus-, Fort- und Weiterbildungen zurückfließen“, sagt Nicole Rosenkötter. „Herzlichen Dank an alle Kolleg:innen aus den Ländern und Kommunen, die sich an der Befragung beteiligt und unser Vorhaben unterstützt haben“.