Aktionen und Events zum Welt-Aids-Tag 2025

Seit 1988 ist der 1. Dezember der weltweite Gedenktag an Menschen, die an HIV und Aids verstorben sind - der Awareness Day steht zugleich für die Solidarität mit HIV-positiven und aidserkrankten Menschen. Mit vielen Kampagnen und Aktionen engagieren sich Organisationen, Verbände und Institutionen gegen Diskriminierung und Stigmatisierung HIV-positiver Menschen.

Foro mit zwei Händen, die einen Bilderrahmen mit dem Text World Aids Day halten.
Klaus Nielsen | Pexels

Nach Angaben von UNAIDS lebten im Jahr 2024 weltweit ca. 40.8 Millionen Menschen mit einer HIV-Infektion, allein im Jahr 2024 infizierten sich 1.4 Millionen Menschen neu mit HIV und 630.000 Menschen verstarben 2024 an AIDS.[1] Welche aktuellen Herausforderungen erschweren den globalen Kampf gegen HIV?

Mit dem Thema des diesjährigen Welt-Aids-Tages „Overcoming disruption, transforming the AIDS response“, zeigt UNAIDS  auf, wie die historische Finanzierungskrise die weltweite AIDS-Bekämpfung erschwert, jahrzehntelange Erfolge zunichte macht und die Zielsetzung, die HIV/AIDS-Pandemie bis 2030 zu beenden, maßgeblich gefährdet.[2] Winnie Byanyima, UNAIDS Executive Director, ruft dazu auf, im Kampf gegen AIDS keinen Rückzug zu akzeptieren und fordert den Zusammenhalt aller Akteure „Gemeinsam können wir AIDS bis 2030 als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit beenden – wenn wir entschlossen, geschlossen und mit unerschütterlichem Engagement handeln.“ 

Eine vielversprechende Orientierung hierfür bieten Länder, die durch politische Maßnahmen, Programme und Investitionen, bereits zukunftsweisende Erfolge erzielt haben.[3] In vielen stark betroffenen Regionen der Welt, vor allem in Süd- und Zentralafrika, sind die jährlichen Neuinfektionsraten seit 2010 rückläufig. In den drei Regionen Naher Osten, Osteuropa und Lateinamerika dagegen steigt die Inzidenz weiter an. Die effektivste Maßnahme zur Reduktion von Neuinfektionsraten, ist der Zugang zur antiretroviralen Therapie (ART). Im Jahr 2024 erhielten 77% aller HIV-infizierten Menschen weltweit eine ART, bei 73% der Behandelten wurde eine Unterdrückung der Viruslast erzielt – ein großer Erfolg für die öffentliche Gesundheit.[4] Durch die HIV-Behandlung konnten zwischen 1996 und 2022 fast 21 Millionen AIDS-bedingte Todesfälle verhindert werden und die Zahl der HIV-Neuinfektionen ist seit dem Höchststand im Jahr 1996 um 61 % zurückgegangen.

In Deutschland lebten Ende 2023 nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts ca. 96.700 HIV-positive Menschen, für das Jahr 2024 wurden dem RKI insgesamt 3.259 gesicherte HIV-Neudiagnosen gemeldet.[5] Wird eine HIV-Infektion erst in einem bereits fortgeschritten Infektionsverlauf neu diagnostiziert, kann sich das Virus lange Zeit unbemerkt weiterverbreiten und betroffene Personen erkranken meist schwer - eine besondere Herausforderung in der HIV-Versorgung und –Therapie.[6] Das zeigt, wie wichtig die Aufklärung und Beratung zu Infektionsrisiken und die Information zu leicht zugänglichen Testangeboten durch die HIV/STI Beratungsstellen ist. 

Die Beratungsstellen zur sexuellen Gesundheit der Gesundheitsämter sind Ansprechpartner für Fragen zu Risiken sexuell übertragbarer Infektionen (STI), wie HIV oder Syphilis und zu deren Erkrankungsbild. Auch die Information zu Testmöglichkeiten und die allgemeine Aufklärung zur sexuellen Gesundheit gehören zur täglichen Routine in der HIV/STI-Beratung. Die Mitarbeiter:innen der Beratungsstellen benötigen ein fundiertes und umfangreiches Wissen zu den medizinischen und sozialen Aspekten von sexuell übertragbaren Erkrankungen. 

Mit den regelmäßig angebotenen Fortbildungsveranstaltungen zu Themen rund um die sexuelle Gesundheit leistet die Akademie einen wichtigen Beitrag, um Mitarbeiter:innen in der HIV- und STI-Beratung im Öffentlichen Gesundheitswesen, in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. Neben der Vermittlung medizinischer Fachkenntnisse in der Beratung zur sexuellen Gesundheit werden die Besonderheiten der zielgruppenspezifischen und dennoch individuellen Beratung praxisnah erläutert und in Übungen erfahrbar gemacht.

Podcasts der AÖGW

Ergänzend zu unseren Veranstaltungen rund um Themen zur sexuelle Gesundheit finden Sie hier die Podcasts der AÖGW.

  • Podcast ÖGD S3-E03 „HIV/STI Beratung an Gesundheitsämtern“. Zum Podcast
  • Podcast ÖGD S3-E012 „Mpox – relevant für Deutschland?“ Zum Podcast
  • Podcast ÖGD S3-E016 „HIV-PrEP und ÖGD – da geht was!“ Zum Podcast
Veranstaltungen zum Welt-AIDS-Tag 2025
  • Webseminar: Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember bietet die Akademie am 19. November 2025 in Kooperation mit dem Robert Koch-Institut ein Webseminar an: „Aktuelle Informationen zum Welt-AIDS-Tag 2025“ | 19. November 2025 | Webex | W15/2025.
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  • Museum für Kommunikation Berlin. Offen sprechen: Solidarische Begegnungen zum Welt-AIDS-Tag, Sonntag, 30. November 2025, 13 bis 17:30 Uhr.
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  • Aidshilfe Wuppertal - Zentrum für Gesundheit, Sexualität und Selbstbestimmung im Bergischen.
    Zur Übersicht
  • Aidshilfe Oberhausen e.V. und die Stadt Oberhausen organisieren verschiedene Aktionen und Termine zum Welt-Aids-Tag.
    Zur Veranstaltungsübersicht
Informationen zum Welt-AIDS-Tag 2025
  • Kampagne Leben mit HIV. Anders als du denkst?
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  • Deutsche AIDS-Stiftung zum Welt-Aids-Tag.
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  • Liebesleben. Eine Initiative des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).
    Zur Website
  • WELT-AIDS-TAG 2025, Informationen der Geschäftsstelle der AG Aidsprävention – HIV/STI in NRW.
    Das Infoblatt als PDF
Geplante AÖGW-Fortbildungen zum Thema Sexuelle Gesundheit 2026
  • STI/HIV Beratung Modul 1: Einführung in die HIV/STI Beratung an Gesundheitsämtern
  • STI/HIV Beratung Modul 2: Let’s talk about sex: Kommunikationstraining zu Sexualität und HIV/STI für die Beratung im Gesundheitsamt
  • STI/HIV Beratung Modul 3: STI/HIV Beratung für Fortgeschrittene
  • STI/HIV im Dialog: Fallbesprechung und Netzwerken im ÖGD - 1
  • STI/HIV im Dialog: Fallbesprechung und Netzwerken im ÖGD - 2
  • STI/HIV im Dialog: Fallbesprechung und Netzwerken im ÖGD - 3
  • Sexuelle Gesundheit: HIV/STI Prävention an Schulen

Hinweis: Die Termine dieser Fortbildungen finden Sie zeitnah auf unserer Homepage

Zu den Fortbildungen

Quellen

[1] UNAIDS Global HIV & AIDS statistics — Fact sheet. Zugriff am 05.11.2025, verfügbar unter https://www.unaids.org/en/resources/fact-sheet

[2] UNAIDS World AIDS Day 2025. Zugriff am 05.11.2025, verfügbar unter https://www.unaids.org/en/2025-world-aids-day

[3] UNAIDS, THE PATH THAT ENDS AIDS. Zugriff am 14.11.2024, verfügbar unter https://thepath.unaids.org/wp-content/themes/unaids2023/assets/files/2023_report.pdf

[4] UNAIDS GLOBAL AIDS UPDATE 2025, Zugriff am 05.11.2025, verfügbar unter https://www.unaids.org/sites/default/files/2025-07/2025-global-aids-update-summary_en.pdf

[5] RKI, Epidemiologisches Bulletin, 26/2025. Zugriff am 06.11.2025, verfügbar unter https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2025/26_25.pdf?__blob=publicationFile&v=3

[6] Christoph Stephan, HIV-Positiv, unerkannt, spät-diagnostiziert Herausforderungen während der Behandlung: Zugriff am 08.11.2024, verfügbar unter https://www.hivandmore.de/archiv/2024-1/hiv-positiv-unerkannt-spaet-diagnostiziert-herausforderungen-waehrend-der-behandlung.shtml